Zielsetzung

Verstehen durch Begegnung / Bulusmak – tanismak
Durch Begegnen Kennenlernen

Mit türkischen und deutschen Künstlern in Zusammenarbeit mit dem Kunstprojekt der Lavie-Reha.

(siehe auch Königslutter 2013)

2014

Interkulturelles Kunstprojekt Türkei/Deutschland

Auftakt  Königslutter 2014

Vorgedanken

Kunst braucht Visionen; einer sind wir im vergangen Jahr unter

dem Titel Verstehen durch Begegnung gemeinsam nachgegangen.

Alle Beteiligten und die vielen hundert Besucher haben erfahren

und erleben können, dass das möglich ist.

Die Arbeit im Herbst 2013 in Bolu, mit noch mehr Teilnehmenden, hat diese Erfahrungen noch einmal vertieft und bestärkt. Daraus hat sich die Energie entwickelt unserer Arbeit einen erweiterten Ansatz hinzuzufügen, der das aufgreifen soll, was außerhalb unserer Begegnung auf uns und alle Menschen zunehmend täglich einzuwirken scheint.

W O R L D   U N D E R   P R E S S U R E

Wir leben in einer Welt, in der die Lebensbedingungen es uns zunehmend schwerer machen das seelische Gleichgewicht zu halten, unterscheiden zu können, was uns selbst gut tut ohne das es andere beeinträchtigt. Es sind kaum Menschen zu treffen, die sich nicht unter Druck und  Stress fühlen, überall auf der Welt gibt es Krisen, Bedrohungen, Gewalt, Hunger. Wir scheinen nur wenig wahrzunehmen, dass alles was uns und unsere Lebendigkeit einschränkt und beschneidet, was durch die Medien rasend schnell als Informationen auf uns zukommt, eine extreme Wirkung auf unsere Gesundheit und unsere Lebenskraft hat. Das gilt für die Arbeitswelt und für die Wirtschaft mit ihrem Wahnsinnsanspruch von Effizienz und Optimierung, für die die Politik mit vorgegebenen Sachzwängen, die Schulen mit ihrer Leistungsfixierung und auch für uns selbst mit dem daraus resultierenden Anspruch auf Perfektion und der Angst, Fehler zu machen oder die Kontrolle zu verlieren.

Kunst muss nicht politisch sein, meint der Maler Daniel Richter. Dennoch hat es den Anschein, als komme es derzeit weltweit zu einem Umdenken, was eine neue politische Kunstkultur hervorbringen könnte.

Einerseits sind da einzelne Maler und Künstler, die als Großunternehmer Unsummen einstreichen und die Käuferschichten erreichen, die im scheint, welche Botschaft die Werke transportieren.

Andererseits erleben gerade solche kleineren Projekte wie unseres immer mehr Beachtung und bilden damit eine Gegenkraft zu diesem ausschließlich profitorientierten Markt, wirken insofern eben auch politisch. In unserem Projekt geht es nicht um das ausschließlich fertige Werk,  sondern um den Prozess, wie im Leben, wo ja eben auch die während des gesamten Lebensweges gesammelten Erfahrungen von Glück, Freude und Trauer zählen und nicht nur das angesammelte Vermögen oder der erreichte Titel.

Wenn Kunst den Sinn des Lebens verdeutlichen kann und dieses Leben heute auf unserer Welt bedroht ist, dann ist auch unser Kunstprojekt ein kleiner möglicher Weg, um das Leben etwas besser zu machen.

Wir möchten einen freien und kreativen offenen Blick auf die Welt haben und nicht allein einen politischen oder ökonomischen.

Lebensqualitäten können mit künstlerischen Mitteln ausgedrückt werden. Beuys sah im Menschen selbst den Ausdruck der Kreativität. Dafür steht seine Aussage „ Jeder ist ein Künstler “. „Wir sind alle ausnahmslos Schöpfer – aber nicht, weil wir wie die Kinder schnell irgendwas auf ein Papier kritzeln können, sondern weil das Leben selbst ein zutiefst kreativer Prozess ist“.

Kunst ist Schöpfung – und das Leben auch. Aus diesem Grund können wir sicher im Leben durch Beschäftigung mit der Kunst lernen. So ist es vielleicht möglich so zu bleiben wie wir sind oder wie wir sein wollen.

Alles andere folgt.

Ich bin gespannt, was wir unter diesen kurz zusammengefassten

Aspekten in unserer Projektwoche erleben, erarbeiten und bewirken.

Rainer Gosslar/Februar 2014

 

 

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